aus dem verbandskästchen geplaudert.

gestern früh fiel  ich zuhause hin, indem ich eine treppenstufe nur zur hälfte belegte, und prellte mir die hand und den unterarm. im krankenhaus fand man keine fraktur, empfahl mich keinem skalpellartisten und schritt zu einem tröstungsversuch, über dessen geltungsbereich ich hier kurz berichten will.

man bestrumpfte den arm, legte eine doppellage feuchte gipsstreifen auf die streckerseite, umwickelte dies gebilde mit etwas, das nach polystyrolband sich anfühlt, das wurde dann mit baumwollgaze verstärkt und fertigwardaswerk.

soweit, so gut. wie erwartet, dauerte es nur drei stunden, bis der arm und die hand unter dem kunststoffverband und bei guten dreißig celsiusgrad begannen wie unter hefebeimengung anzuschwellen, und wie über herdfeuer zu versteifen. hatte ich ein eindicken unmittelbar nach dem sturz mittels sofortkühlung vermieden, war nun abzusehen, wie der verband bis zum abend mindesthalbe vitalfunktionen meiner pfote einschränken wird.

also nahm ich links die schere in die hand und entzweite behutsam das gebillde. tauchte die rechte in einen eimer kaltwasser, bis zum zwölften wonneseufzer etwa, rieb großzügig heparin ein und dehnte alles dehnbare daran. ellenbogen streckend, schulter kreisend, arm in den himmel reckend. flanke öffnend, finger klimpernd. und wieder rein ins wonnebecken. das einige male, dann

wusch ich das übrige heparin ab, tapte mit kinesiotape unter halbem zug, das ist gefühlssache …, der länge nach vom handballen zum ellenbogen. einige bahnen noch in den diagonalen vertärkend, die mir das abfragen des gewebes darunter empfahl. darüber dann gazestreifen. und ab in den eimer. kalter, leichter druck.

nasskalter, leichter druck ist das, was man unter kompresse versteht. das war früher gang und gäbe, zumindest im fall der prellung. und es zeitigte auch erfolg, der arm beruhigte sich wieder und nahm maße an, die man vollschlank nennen könnte.

was ich sagen will: die idee, im hochsommer eine bereits ultragestresste gewebeeinheit, befüllt mit gezerrten bändern, gedehnten sehnen, gerissenen gefäßen und angerauhten knochenhäuten …

unter plastischer plastikbeengung zum aufgaren zu bringen, weil MAN DAS SO TUT,

hat mich nicht durch effizienz oder erfolg überzeugt.

deshalb hier tatsächlich ein novum meinerseits, ein veritabler, ernstgemeinter internetratschlag:

bei stauchung, prellung, zerrung – dauerkalte feuchtkompressen. das zieht wärme und wasser heraus und beschwichtigt die wütenden synapsen.

alles klar?

leider eins noch: ruhe, satte ruhe. deshalb auch hier pausen.

frohes schaffen!