s c h r e i b e n

angenehm … dass die funktion (nun) nur „schreiben“ heißt, und nicht „beitrag schreiben“. weiß nicht, ob dies bei meinem letzten aktiven einloggen schon so war.

„schreiben“ ist schön offen. eine ermunterung zu einem tun.

mit „beitrag“ dran, wird es zu einer verantwortung (für meine generation gilt das noch).

 

nun wirkt diese ermunterung, befindet man sich in der wortlosigkeit, anders, als wenn man sich gerade am gestade befindet. und die wörter aufklaubt, wie muscheln am meer.

mal hören …

 

angenehm auch, dass man, wenn nicht regulär arbeitend, nicht über seine zeit, aber die tageszeit besser verfügen kann; freier und wacher. so kommt man in den genuss eines kaleidoskopisch vielfältigen lichtempfindens und lernt, den tag anders zu beleuchten, als wenn man mehrheitlich nur morgen- und abendstunden mitbekommt.

die stundenzeiger dazwischen wandern schnell, die kostbaren überbeleuchteten, immer kürzere schatten werfende zeiträume vor dem grellen mittag, die schrillen pfeile apollinischen frühen nachmittags, die sanftmut, die ab der dritten stunde das nahen des mondes ans sonnigste ankündigt, die umarmung der beiden und dann, zur stunde sechs und nah herum der beginn ihres liebesaktes. der zerfließende kuss der ausgeuferten sonne – an den weichen blaumantel der nachtkönigin.

 

es macht ruhiger, und stiller.

 

 

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2 Antworten zu “s c h r e i b e n

  1. „angenehm auch, dass man, wenn nicht regulär arbeitend, nicht über seine zeit, aber die tageszeit besser verfügen kann; freier und wacher. so kommt man in den genuss eines kaleidoskopisch vielfältigen lichtempfindens und lernt, den tag anders zu beleuchten,“ ….kann aber auch brennen im Gemüt: Die Gesellschaft kann von Stund an auf Deinen Beitrag zur allgemeinen Wohlstandsmehrung verzichten. Ein Hauch von Kränkung legt sich auf Dich/mich.

  2. Wohlstand hab ich nie genährt, nichtmal meinen. Das Wohlbefinden, auf das jene verzichten müssen, denen ich es lange herbeizuschaffen suchte, wird immer gemehrt. Es ist zweitrangig, von wem.
    Nach 20 Jahren erst stieg ich aus, und das nicht mit bewusster Absicht. Eines Tages krachte der Körper zusammen, das Schiff, auf dem die Kreuzfahrt ging. Ich bin „berufsunfähig“. Erst wenn man das er-lebt, versteht man, dass „unfähig“ leider keine diskriminierende Vokabel, sondern Tatbestand ist. Ich „brächte“ es nicht mehr, müsste ich noch – das ist die Formel dazu. Und eine Formel ist neutral, deshalb ist „unfähig“ in diesem Fall neutral. Dafür sorgt der politkorrekte Sozialslang.

    Wohlstandsmehrung kenne ich ausm Fernsehen. Ich sorge dafür, Menschen um mich zu haben, die ebenfalls die Klippenseite des Lebens bewandern. Man könnte mir ein Geheimskript des Sieges im Scheitern andichten, das ich fulfille, indem ich mich denen zuneige, die zerschellen. Es sei dahingestellt, ob die Faszination, der Magnetismus der jeweiligen Drehbücher da mitdichtet – jenseits der Fallens-Fälle warten die besseren Geschichten. Für mich – die besseren.

    Wohlstand war bei mir eher Wohlliegen. Die meisten sprach ich, während sie lagen, und ich stand, saß, hockte, kniete oder umherlief. Es ist übrigens eine wunderbare Herausforderung, die Liege-Lage eines Menschen zu ermitteln. Mit den Jahren lernt das Unterbewusste zu spüren, WO jemand ist, während sein Körper liegt. Und jeder erste Händedruck wird zur therapeutischen Geste.

    >Gekränkt< also wurde allenfalls ich. Die Gabe darf nicht wehtun, soll sie eine sein.

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