es erscheint

mitunter vergeblich, der welt eine ordnung aufzustülpen. ihre neigung, sich selbst dauernd neu zu erschaffen ist dem entgegengesetzt.

immer dann, wenn wir denken, wir kommen dahinter, haben uns in den takt eingeschwungen, merken uns die schritte und die choreographie könnten wir halbwegs auswendig nachplappern, wie ein altes gedicht, das wir nicht vergessen wähnen und in versfetzen noch aufklauben können, wartemal, das konnte ich mal, 

immer dann, wenn wir mit solchen dingen aufwarten, wie logik, folgerichtigkeit, wiederkehr des gleichen, den jahreszeiten und tagnächten und nachttagen, unserem wissen, unserer hoffnung oder angst, all die dinge, die prospektiv sind, das geheimnis gelüftet zu haben vermeinen, immer dann

setzt sich etwas durch, was unverhofft, unglaublich, undenkbar ist. das mysterium des lebens, eine nicht erwartbare zeugung, oder enthüllung, oder das anlandspülen eines längst historisierten strandguts aus der vormillenaren zeit der seele.

wir überraschen uns selbst. gedeihen, wo wir sterben müßten, und sterben, mitten im leben. befruchten, keimen, fruchten, mitten in den uferlosen wüsten, setzen die gesetze außer kraft, blühen auf oder welken darnieder, dem anstand, dem anstehenden widersetzt, der strich durch die rechnung.

ganz egal, ob es mit minus oder plus endet, es ist nicht übersehbar, nicht erwartbar, nicht teil der rechnung. der strich ist etwas anderes, und doch das wesen der rechnung selbst. das sein und das nichtsein.
alle unsere gedanken sind rechnungen. berechnungen.
und jeder hat ein ziel, ein ende. man kann die welt nicht zu ende rechnen, nach jeder, noch so endlos erscheinenden gedankenkette , setzt irgendwann der strich oder das IST-zeichen ein. wir fragmentieren, beim kapieren, notgedrungen, ist wohl auch so ein naturgesetz der zellen oder der schwarzen löcher.

nun nehme ich an, ich darf beispielhalber jede rechnung auf das reduzieren, was sie ist, ein muster. also auf die notwendigen orte a, b, c. und die zeichen, mit denen ich rechnen will.

am ende meines kalküls tritt dann dieser strich, oder dieses IST-zeichen auf.

ist der strich nun teil der rechnung, oder genau das andere?
oder ist der strich genau dieses sowohl-als-auch, das nichtausgeschlossene dritte und n-te?
mir scheint, ich brauche für eine synthese aus these und antithese ein viertes, ein inhärentes, das, was die synthese ermöglicht, den katalysator. das, was die hand zum strichziehen bewegt, der moiren entschluss, den faden zu kappen, die beendetheit der zahlenfolge.
ich glaube, das vierte ist die kraft, die das dritte ermöglicht. etwas, was den zweiten schritt vor dem ersten voraussetzt.

mm/ll

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s