on line

heute, an diesem trüben, fastkalten feuchtetag, da saß ich allein in einem straßencafé, habe einen rasch auskühlenden kaffee getrunken und in einem gebundenen band gelesen. einem mit goldenem lesebändchen. neuerscheinung, im regulären, menschbegehbaren buchladen für papiergeld erstanden. beim kaffee bin ich mir am wenigsten sicher, dass er echt war.

das war eine fast vergessene attitüde. seit geraumer zeit lese ich nur noch bilschirm oder höre meine bücher; für das geld, das das buch heute kostete, kriege ich online zwei bis vier hörbücher aufs handy getröpfelt. aber die sinnliche erfahrung, im fastregen mit übervorsicht das feste druckwerk umzublättern und zu merken, es nimmt mich mit, saugt mich auf, liegt aber auf meinen knien wie ein geliebter, die war das geld wert.

weniger das gelesene war´s, das mich mitnahm. vielmehr das ganze setting. ich habe mich gefühlt wie die raumluftkönigin, der sondersummsespatz, die surresirrlibelle. frei, existent und beseelt.
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Eine Antwort zu “on line

  1. Papierlesen, manchmal aufblickend, den Faden haltend. Sinnlichkeit der Haptik und he….wirkt auf die Umwelt ungeheuer gut: der Mensch mit dem Buch in der Hand! War immer so und bleibt auch- hoffe ich!

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