ich hab die ersten schneeglöckchen gesehen!
wie sie so in pülkchen stehen und ihre köpfchen schütteln, möchte man meinen, es sind abgesandte der erdgöttin, die über die eilige reformationsbedürftigkeit des oberirdischen floravolkes ratschlagen.
„uff, immer noch nix grün hier … lass uns hell klingen und lichtläuten, dann merken es die erdlinge, dass das leben wieder gesiegt hat.“

ich will die immer küssen, diese zarten, weißen kelche; dann denke ich, wie sieht das denn aus, wenn ich über den gartenzaun stadteinwärts schreite und im vorgarten der mitbürger mich zu den hälmchen bücke. ja, wie sieht das denn aus? wenn ich alt genug bin, mich sowas nicht mehr zu fragen, kann ich vermutlich nicht mehr unfallfrei blühstreifen erklettern. dann finden die passanten ne schrullige alte mit hut, die in gesellschaft der skeptisch guckenden amseln darauf wartet, dass man sie wieder aus dem knorrigen beet erhebt.

was wäre weise?
feiern! glöckchen läuten!
summsumm …

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