heute las ich

008über a d v a i t a , die nicht-dualität. oder nichtdualität?

ein sturm legte das land flach und begattet es immer noch rauschend und sausend mit den spermien herbstreifer samen. ur – meteorologisch dürften stürme diese erde bevölkert haben, samenstürme, wie heute einer, der das wasser mitbringt. der sogleich gießt, ein sich ergießender, potenter, brustbehaarter, beinharter, pflügender gott, der sich der errötenden sanftmut der welkenden scholle annimmt. deshalb auch die pracht der letzten spätsommertage, das brautkleid der alten jungfer, der jungen matrone, die sich justamente aus ihrer seidig glänzenden bunten stola enthüllt und hingibt.

einem solchen schauspiel beizuwohnen hinterlässt einen schauer aus sich in wärme verwandelnden kalten auspeitschungen: der synthese aus argem tun und ergötzlichem hinschmelzen. dieser sturm war so abrupt und unmissverständlich, dass er mir mehr imponiert hat, als es je ein mann tat. und doch in derselben, sinnlichen, archaischen art.

so, und nun pflügt er die imponderabilen luftäcker mit seiner bestäubung und im nächsten frühjahr werden samen erwachen,  an ganz anderen orten, die an ganz anderen orten landen. die natur wird kinder bekommen, bastarde. stürme sind die draufgänger der grenzen, die grenzgänger. pures yang und angebrandetes yin.

und das land, und ich, legen uns milde in die böe und widerstehen dem anwehen nur in maßen. in maßen der vertretbarkeit, so weit wir tritt auf schritt messen können. ego und selbst messen können. und das ununterscheidbare sowohl-als-auch. dieses zeitalter des herbstes, vor einem monat als tagundnachtgleiche empfangen, usurpiert die joviale anmut des sommers. der neue gott ist harsch und mild, wächsern und eisig. und die erdlinge beugen sich der kraft. immer noch

ist die natur unsere wiege. und an ihren grenzen sitzen die zähmbaren zerberusse der kulturellen tat: die erinnerungen, hunde in zwingern und jaulende wolken am himmel der geschichtlichkeit.

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