„Was möchtest du

ins Internet stellen?“

 

fragen sie mich, jedes mal, wenn ich auf „neuer beitrag“ klicke.

im angebot stehen text, bild, video, link, zitat.

ich wähle text. ich vertraue immer noch darauf, dass text lesbar ist. dass er aus sich heraus spricht, also das kon- und intertextuelle denken noch erhalten ist, ohne beipackzettel. ohne bibliophile muster, skriptorien-schmaus und bunter tinte. ich vertraue auf die kraft aneinander gereihter silben und wörter. deshalb stanze ich das hier freihändig in weiß auf schwarz. mir erscheint das leichter zu lesen und es spottet der illusion, etwas, was  „schwarz auf weiß“  stünde, sei glaubwürdiger.                                                                              es ist einerlei, die zeit nagt genauso genüßlich an beiderlei layout.

 

wenn ich meinem angestammten forum eine wirklich inspirierende option zuerkennen will, dann sage ich: diese homepage -sache.

mir gefällt das format sehr gut, bild und text zueinander und ineinander zu verweben und farben neben graphemen aufleuchten zu lassen. es ist dies der erste schritt ins multimediale, icon und symbol zu vergesellschaften. es hieß mitunter „emblem“. (man sagt heute lieber „label“ dazu, weil alles finanzökonomisch gedeutet wird. aber „emblem“ ist reine kartographie, mit  integriertem navi, sofern man die software dazu installiert hat).

das hämmern von reinem text, ohne beigabe, wid allmählich zu einem curiosum. messages ohne icons … dienste, die bunte icons verkaufen, trarah, hattenwirschon … reine info, enthoben, isoliert, destilliert, keine geschmacksverstärker und flavours, nur der fonds. statt fertiggericht, nur essenz, ich hörte, in new age – hotels serviert man zu feiern „tomaten-essenz“, ne art exsudat aus pomodores, durchsichtig und schmackhaft. klingt, ehrlich gesagt, krampfig, großmannsküchenprotzenhaft, aber da ist was dran, was nur noch eingedampfte botschaft enthält.

 

deshalb gefällt mir das reine an diesem layout. ich wuchs noch mit lettern auf, die letter ist mein fetisch. sie ist gottgleich, weil unfassbar, uferlos und schöpferisch, und sie ist post-neutestamentarisch. polymorph, polyglott, polyamor und polytheistisch. die letter ist der muttermund. fährt der heilige geist der eingebung in die letter, gebiert sie worte. die, wie titanen, ihre bedeutungshorizonte an die immer nachkommenden olympioniken abgeben. na ja.

 

und darüber habe ich mir auch noch gedanken gemacht: ob ich wirklich nicht verstanden werden will, man hatte mich danach gefragt. nein, will ich nicht.

wobei diese frage nach etagen unterteilt werden sollte: im keller, souterrain, will ich das wohl, so wie es jeder grashüpfer will, jede monade. ich will resonanz, bin lebendig, ja.

aber verstanden im sinne von „gekauft“, „ratifiziert“, „akkreditiert“ …, nicht.  in der oberen etage also. was hier ent – steht ist kein mainstream. die instanzen, die mich „gut finden“ muss ich erstmal selbst „gut finden“. das ist hier kein examinierbares fach, sondern reine emanation, ausdruck von seelenpickeln und bewusstseinsplissées. wie alle äußerung, ob unmittelbar oder netzinduziert.  entlarvend, schmetterlingsflügelig, kokonett, aber unverhurt. ich buhle nicht um verständnis und nicht um applaus. was ich tue, muss ich tun.

 

manchmal träume ich von den tagen als ich schnorchelte. von der stille da unten, wo die gründler ihre kreise in den sand ziehen. von ihrer enthobenen welt, in der sonnenuhren lichter an die gründe richten und es kaum mehr zu hören gibt, als die schatten der lebenden.

in den tiefen der wasser wohnt die sagbarste stille.

gute nacht.

 

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