natürlich …


ist der mensch ein mischwesen. schon per exclusionem, wer sonst träte dazu an, sich zur kultur zu bekennen? zur menschlichen. die, mit verlautbarung und verschriftung, codierung, tradierung, speicherung. ritualisierung, weitergabe, dokumentation, historie, chronik. jawoll, auch und gerade facebook ist kultur.

neulich habe ich beobachtet, wie eine ameise einen ihre leibeslänge ums doppelte übertreffende stängel durch die gegend wackelte. naja, eigentlich lief sie, relativ zur last, ziemlich zielstrebig. sie lief und lief und schleppte eisern, da kam ihr eine andere entgegen. für mich, von oben, sah es nicht aus, als hätten sie einander beachtet, geschweige denn kommuniziert. aber was weiß ich, da oben, mit meinem teleskopblick?
kurz nach diesem vorbeitraben, wechselte mein studienobjekt den verlauf. den eigenen, die spur. lief weiter, aber auf einem etwa vier zentimeter entlegenen pfad, an der grasgrenze entlang, in der nachbarschaft der gehwegplatten.
dann
kamen menschen aus einer tür und eine stattliche reihe von riesigen doppelbebeinten trampelte auf dem weg herum (mein blick fokussierte den boden). nicht einer trat auf die ameise, die auch weiter ging, wenn auch sehr nah am gras.

nun habe ich mich gefragt, ob die eine, die entgegenkam, möglicherweise der anderen „gesagt“ hat: „zur seite, gefahr von links, geh nach rechts“ … oder irgendetwas, was sich in ameisensprache deutlich an“hört“, und die ist dann deshalb zur seite gewichen. oder war es zufall?
wie kann ich das rekonstruieren? wo soll ich die demarkationslinie setzen, zwischen dem kulturakt der kommunikation und seiner umsetzung? zwischen sendung und reaktion darauf? gibt es eine art pinnwand bei den ameisen, wo sie derartige erleb-gebnisse aufzeichnen und ihren kindern übersetzen? gibt es schulen? eine geschichte, die großgöttinameise ihren enkelInnen via drüsensaft weitergibt …?
gemeinschaftsduschen unter sprüh-gemälden aus transmittern?

der schritt, der uns unterscheidet, ist wohl der, dass wir solche fragen stellen können.
die meta-analyse.
solange, jedenfalls, solange keine mit den unsrigen vergleichbaren informationen
von uns in den ameisenstaaten wiedererkannt werden können.

der mensch stellt die frage nach der kultur, also gehört sie ihm. nach olympischen regeln bekommt man (immer) den knochigeren teil, wenn man sich mit den göttern zum mahl trifft.

nicht er allein hat sie … der mensch die kultur,
aber er allein kann davon reden,
solange nichts gegenteiliges bekannt.

 

mm-ll

 

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