eines tages sind alle planungen obsolet. nicht weil sie gegenstandlos würden, sondern weil sich ihre verwirklichung über die zweidimensionalität der planung wie eine dritte ebene, die der werdung, überstülpt.

dann stellt man fest, dass man ankam, und es nicht merkte. weil man eben nicht dort ankam, wo man dem entwurf nach  hinwollte, sondern dort, wo man der werdung nach hingelang,

nicht der pfeil trifft genau in das zentrum der scheibe, sondern des zieles mitte verschiebt sich an den ort des pfeilauftritts. die mitte der dinge rückt sich selbst zurecht, weil man eben bei sich war und plante, während die welt zeit hatte, sich nach dem zauberstab der fiktionalen nachordnung zu richten. also dann, wenn wir mit dem erreichten zufrieden sind (weil wir trafen), zugleich aber im selben atemzug es nochmal probieren wollen.

wenn das durststillen durstig macht.

ich sinne eben darüber, was genau im wortgraben zwischen „erfolg“ und „gelingen“ wohnt … was für ein tier … ein drachenhäuptiges, oder eins mit langen kaninchenohren?

„erfolg“ ist ein kontaminiertes wort, man kann es nicht aussprechen, ohne dabei virulent zu sein.

„gelingen“ ist feiner, seidensilbiger, wärmer, glatter, aber auch bohrender. hat etwas, was an chronizität dessen denken lässt, wovon „erfolg“ die akutform ist.

oder so.

wenn das gelingen eintrift, also das zentrum der welt zum mittelpunkt des zutreffens hinrutscht, also wille und sein zusammenfallen, hört sich das offenbar leise an. die tatsache, dass „gelingen“ tatsache ist, gibt dieser sonderform der erkenntnis diesen karamelisierten sahnegeschmack, etwas sanftes. ich, die nun meine mal so einen wonnepunkt zu erkitzeln, kann nur sagen: es ist eigentümlich still – um mich, in mir.

man wird high beim ankommen, aber nicht der jubel stimuliert, sondern die mysteriöse harmonie bisher ungewohnter akkorde. man jauchzt nicht, man lauscht. wie das gras wächst, zum beispiel.

 

(c) lorilike

der erste

heute und überhaupt.

hab keine ahnung, wie ich dazu kam. hab was anderes gesucht, entdeckte den link zum bebloggen und ließ den cursor rutschen.

unter den sich selbst zeigenden und sehenden, denen, die eine rückversicherung brauchen, dass es sie gibt. andernfalls könnte man drauflos leben und sich nicht darum kümmern, ob man ist. dieses tau, das einen immerfort hinauszieht, auffordert, anrempelt, man solle doch wieder was schreiben. oder sind es die gezeiten?

wenn es aber nach silbenschlick zu riechen beginnt, die gischt heranschlürft und einen wortkitzlig macht, dann ist es soweit. fernweh nach lauteland, nach farbenreich, distrikt lingualien, hafen langklang … schreiber sind wie seeleute, wie matrosen. den anziehungen der elemente unterworfen, ihrer eigenen physik.

 

das rührt auch daher, dass es wonne ist. nicht freude, nicht gier, nicht sehnen allein, sondern rückgekoppeltes entzücken. ein echo ist es, den wellen bilden, eine vervielfältigt die andere, und die denke ergeht sich in behaglichem grunzen ob der attraktion.

so, dann ist hier also der hafen, aus dem losgesegelt werden soll.

im gegensatz zu entdeckenden fragen, etwa der art: kommst du?, deren antwort noch ansteht, sind erfindende fragen, etwa der art: wann kommst du heute? das ergebnis der antwort. so wie fiktionalität nur entsteht, weil eine grundstruktur der wirklichkeit schon da war (nein, jetzt bitte nix von der wirklichkeit sagen). also ist schreiben, als fragen verstanden, der antwort raum zu geben. oder räume, den antworten.

wer schreibt, findet. ungefragt.

 

für heute genug.