imprimatur

, das, ohne plural,

ist die freigabe eines textes zum druck. im engeren sinne die zustimmung durch eine bischöfliche behörde bei kirchlichen schriften, die besagt, dass diese nicht gegen die katholische glaubenslehre verstoßen.

was die bezeichnung im weiteren sinne bedeutet, ist gegenstand der soziologie.

und als solcher von mindestens zwei seiten eines der vielen dazu relativen standorte unter beschuss nehmbar.

einesteils ist da die frage, inwieweit eine wieauchimmer legitimierte autorität eine wieauchimmer legitimierte erlaubnis erteilen kann. eine frage nach den konstituenten sozialen konsenses über zulässigkeit, per se also nonliberal gedacht, aber natürlich selegierend, wasauchimmer „natürlich“ dann heißen mag. eher sozialpolitisch also.

dann, aus dem gegenland her gefragt, wie denn das i c h  darauf kommen sollte, diese autorität zu akzeptieren. also eher binnenpolitisch, also sozialpsychologisch. mir selbst fallen kaum institutionen ein, denen ich gerne geistige gefolgschaft leisten würde. ungern leiste ich sie dem duden, wenn ich eben mal mag. rechte schreibung hat nennenswerte vorteile, die ich im umgang mit worten nutzen will.

auch rechter glaube ist nützlich. nur ist es hierbei so, dass er nicht nur universell geltung haben soll, indem ich mir etwa mit dem rest der menschheit darüber einig bin, dass das leben eines jeden wertvoll ist, sondern indem die rechtmäßigkeit meines glaubens im verhältnis zu meinem wohlbefinden steht. betreffend die glaubenssätze also. was wiederum etwas völlig anders ist, denn mein internes reich, mit all seinen stadtstaaten, verlangt nach intern gereiften sätzen, und wird an importierter glaubensware  nur selten sattgenährt.

ich meine damit, um ein bürger zu sein, nicht nur in der äußeren welt, sondern auch in ichreich / egoland, muss ich frei bleiben.

 

natürlich bedeutet das, dass man als weltbürger immer doppelspion bleibt und erfolgreiche sozialisierung bezeichnet eben auch den zustand befriedeter doppelmoral.

in bezug auf das schreiben im netz führt dies zu dem gedanken, dass man sich das imprimatur selbst verleiht, soweit, sogut. ich kaufe terrain im netz und bin eigentümer und pflanze darauf, wonach mir der sinn steht.

welche „höhere instanz“ wird mir nun die legtimation erteilen, zu „drucken“? wer in mir sagt: ja, es ist gut genug, speichere das ab ?

 

der gedanke, die beschriftung bisher datenfreier leerspalten brächte eine verantwortung mit sich, leuchtet auf, und ein. doch wem gegenüber hat man sich zu verantworten? wenn man von allgemeinen juristisch relevanten zensuren absieht  …

seit jeher finde ich die idee, über die fragwürdigkeit des schreibens zu schreiben sehr produktiv. über kaum etwas habe ich mir mehr gedanken gemacht. die philosophie des zauderns ist das. zögelei.

 

(vom naturell her bin ich der typ, der sagt: der duden kennt „zögelei“ nicht? kann er aufnehmen, wenn er will, ich weiß, was ich meine).

 

das sein konstituiert sich aus der optionalität, der illustration nichtseins, indem es sich immerfort aus dem ist-nicht ins ist umwandelt.

manifestation.

das wort wird.

 

 

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