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zum gegenwärtigen zeitpunkt weiß kaum jemand von diesem blog. drei personen, von denen vermutlich keine nachschaut. es ist mir angenehm, so zu schreiben. auf ein „späteres“ lesen hin.

so haben früher alle geschrieben, die schrieben, nur waren es damals nicht alle. die schrieben. heute schreiben alle und alle lesen. wenn auch jeweils verschiedenes, aber man ist online, akut, nah, spitz und durchdringend. man durchdringt die unsichtbaren himmel, indem man so tut, als könne etwas von einem übrigbeiben. man versucht sich ewig zu machen, im reiche des anything gods. ja, d, nicht e.

richtig gelesen.

vergnüglich, in den äther zu schreiben! irgendwo, im intraplanetaren schmuckkästchen, den „unendlichen weiten“, könnte ein leser sich einfinden. rein zufällig. so, als hätte ein schreiber früherer zeiten in einer poussée von erhabenheit, sein manuskript auf die straße geworfen, mögeeseinerfindenodernicht, lesenodernicht, verstehenodernicht. ein verlag ist also eine institution, die sich über den boden ausbreitet, ein teppich aus möglichkeiten, der auffängt, was abfällt. und heute ist alles ein verlag. ich habe das hier gekauft, eh ich reinschreiben konnte. wir sind unsere eigenen verleger, und wenn die gottheiten der selbstsichtigkeit, einkehr und des gewahrseins uns nicht verlassen, können wir den boden der kulturalisation  reichhaltiger machen, ihn mit gutem wasser beregnen. wir erhalten, durch die allgegenwart des netzes, die lizenz zum anreichern.

seltsam, nicht, dass es doch eine menge sind, die gießen, aber nicht wässern.

mir geht es mittlerweile so, dass ich dezidiert sauberen wissenschaftlichen texten mehr anhänge,  als der kunst der verschwurbelung. die ästhetik der logik, der fachinternen architektur, einer robusten sprache und eines fließenden inhalts, die effizienz und stringenz rein logischer sprachen ziehen mich mehr an, als die  eintönigkeit krampfiger belletristik.  belletristesse.

für mich gibt es nichts geileres als sprache. sie ist mein medium, mein boot. auf ihr reise ich durch mein leben und wenn ich richtig sehe, gelingt mir zum jetzigen zeitpunkt auch eine versöhnung mit meiner muttersprache.

das ist daran gekoppelt, dass ich im moment zu zwei menschen kontakt habe, die wie ich, inhärent zweisprachig sind. beide älter als ich, beide männer. und im reden mit ihnen übe und studiere ich ein, ich erlerne mich neu in einer neuen reife meiner sprachhaftigkeit, meiner lingualität, zungenfertigkeit. sich selbst zu sehen, im kreativen sprechakt sich zu erleben, sich gestatten, zu sein, ist unendlich befriedend.

gut, wenn ich ehrlich bin, es heißt „befriedigend“. was ziemlich genau das gegenteil von „befriedend“ist. kampf, exerzitium, probe, etude, improptue,

krieg der sterne, auch und gerade wenn nur ein bruchteil des selbst beteiligt. in jeder unserer zellen manifestiert sich gelingende kommunikation – und sei es nur die mit mir selbst – als fest, als knall, blitz und donner. verglichen zum herkömmlichen aktionspotential sind die feuerwerke der schaffend kopulierenden neuronen flitzende lavafunken.

auf den tag genau vor drei jahren löschte ich meinen heißgeliebten avatar siewissenschonwo und loggte am selben abend neu ein.

seither reifte und reifte und reifte alles.

und es ist mir eine freude, davon zu berichten.

….

achso, fällt mir noch ein. hab ich eben im yoga-forum gelesen, da hatte einer ein thema eröffnet und grüßte immer mit „om shanti“ und  mit „namasté“.

kannmanmachen. man denkt ja, man bereichert damit die welt, weil man einem teil von ihr offiziell beitritt.

und ich finde, das beitreten ist einer der akte, die erst ganz zuletzt erwogen werden sollten. etwa das beitreten in die erde. vorher halte ich die beitritte sämtlich für der potentialität der rasse ungenügend. die chance des menschen sehe ich darin, sich selbst als entwurf stets zu überwinden. herauszutreten eher, als beizutreten.

gut, eine ausnahme sehe ich: wenn leute kinder bekommen, gehen sie einen pakt ein. sie treten ein und das muss so sein.

ich selbst habe mir erlaubt mir diese freiheit zu nehmen und ich bin sicher, es war gut so.

gute nacht.

(MM, 11.3.14; 22.55)

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